In Korea gibt es ein merkwürdiges Phänomen, dass mit einem speziellen Namen zu tun hat. Wenn du dich bereits mit Korea beschäftigt hast, wirst du nämlich schnell festgestellt haben, dass die meisten Koreaner Kim mit Nachnamen heißen.
Gibt es vielleicht einen besonderen Grund für die Häufigkeit des Namens Kim? Warum das alles so ist, möchte ich dir in diesem Artikel erklären.
Inhaltsverzeichnis
Der Nachname steht an erster Stelle
Zunächst einmal ist es wichtig, dass du weißt, wie ein koreanischer Name aufgebaut ist. Anders als in westlichen Ländern, steht in Korea der Nachname traditionell an erster Stelle. Dann folgt erst der Vorname. Diese Namensreihenfolge ist typisch für die koreanische Kultur. Chinesische Namen werden übrigens auch so gebildet.
Wenn du also berühmte Namen wie Kim Jong-un hörst, weißt du ab sofort, dass Kim der Nachname ist und Jong-un der eigentliche Vorname. Dabei ist dieser Vorname übrigens gar nicht so verbreitet, wie die häufigsten Vornamen in Korea.
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Die Häufigkeit des Namens Kim in Korea
Der Nachname „Kim“ ist tatsächlich einer der häufigsten Nachnamen in Korea. Man geht davon aus, dass rund 20% der gesamten Bevölkerung diesen Namen trägt. Das bedeutet, dass jeder fünfte Koreaner Kim heißt.
Kein Wunder also, wieso es oft zu Verwirrungen kommt.
Aber das ist noch nicht alles. Tatsächlich gibt es direkt nach Kim noch einige weitere sehr weit verbreitete Nachnamen. Hier sind die 5 häufigsten Nachnamen in Korea:
- Kim (김): ca. 21%
- Lee (이): ca. 15%
- Park (박): ca. 9%
- Jung (정): ca. 5%
- Choi (최): ca. 5%
Wie du anhand dieser Liste sehen kannst, stellen sie bereits über 50% der Bevölkerung dar! Jeder zweite Koreaner trägt also laut Statistik einen dieser Nachnamen. Weitere häufige Nachnamen kannst du der offiziellen Liste entnehmen.
Wie du aber ebenfalls sehen kannst sind andere Nachnamen, wie etwa Lee, Park und Choi auch weit verbreitet. Dennoch dominieren Kims in der koreanischen Gesellschaft.
Die Herkunft des Namens „Kim“ in der koreanischen Geschichte
Die Ursprünge des Nachnamens Kim reichen weit zurück in die koreanische Geschichte. Ursprünglich wurde der Name in Verbindung mit einem Familienclan verwendet, der in der Gegend von Gyeongju ansässig war. Dieser Clan spielte eine bedeutende Rolle in der koreanischen Geschichte und hatte enge Beziehungen zur königlichen Familie.
Der Kim-Clan stammte ursprünglich von einem König namens Heonan ab. Dieser war ein Herrscher des Königreichs Silla. Der Clan genoss hohes Ansehen und war der Inbegriff für Loyalität und Verdienste – und das über viele Generationen hinweg.
Die Mitglieder des Kim-Clans nahmen schließlich wichtige Positionen am königlichen Hof ein und wurden zu einflussreichen politischen Akteuren.
Die Verbreitung des Namens „Kim“
Kein Wunder also, wieso der Name Kim mit der Zeit immer mehr an politischer und sozialer Bedeutung gewann. Dadurch, dass der Clan der königlichen Familie so nahe stand, wollten auch andere Familien ihre Verbundenheit ausdrücken.
Familie nach Familie tauschten also ihren eigenen Nachnamen in „Kim“ aus. Man erhoffte sich dadurch, dass ein wenig Prestige und Einfluss auf sie abfärbt – und es war tatsächlich so. Die Nachkommen des Kim-Clans und andere Familien mit dem Namen Kim haben oft eine besondere Stellung in der koreanischen Gesellschaft eingenommen. Wenn du die No-Gos in Korea kennst, weißt du, wie wichtig die soziale Stellung ist und wie viel Respekt man durch eine höhere bekommt.
So wurde der Name Kim im Laufe der Zeit weit verbreitet und zu einem der häufigsten Nachnamen in Korea.
Der Name „Kim“ heutzutage in Korea
Selbst heute noch erinnert der Name Kim an die reiche Geschichte und Tradition Koreas. Er steht für eine lange Linie von Familien, die einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung des Landes geleistet haben.
Durch Heirat, Adoption und die Tradition, den Nachnamen weiterzugeben, haben viele Menschen den Namen Kim angenommen. Auch, wenn sie eigentlich keine direkte Verbindung zum ursprünglichen Kim-Clan haben.
Der Name Kim ist mittlerweile zu einem Symbol der koreanischen Identität geworden.
Fazit: Kim ist mehr als nur ein Nachname
Wie du siehst, ist die Häufigkeit des Nachnamens Kim in Korea auf historische und kulturelle Faktoren zurückzuführen. Der Kim-Clan und seine Bedeutung in der koreanischen Geschichte haben dazu geführt, dass viele Menschen den Namen angenommen haben, in der Hoffnung, dass Prestige auf sie abfärbt.
Solltest du also jemals in Korea heiraten und du heißt plötzlich Kim mit Nachnamen, kennst du von nun an den Grund dafür. Es handelt sich dabei nicht nur um einen zufälligen Namen, sondern hat seine Bedeutung tief in der Geschichte verwurzelt.